Donnerstag, 27. März 2008

Managua, San Juan del Sur, Rivas, Ometepe

Von Managua machten wir uns auf den Weg nach San Juan, dem Surf/Bade/Gringoort von ganz Nicaragua. Dreimal so teuer, dreimal so viele Weisse wie Nicas, dreimal so viel Laerm, Haeuser, Strandbars, Hotels, Supermaerkte und por eso im Grunde weit entfernt von der nicaraguanischen Realitaet. Obwohl die Straende in San Juan del Sur und drum herum wirklich paradisisch sind und wir dort einen schoenen sonnigen Tag verbrachten (ich habe mich ziemlich schwer verbrannt, welches mich noch jetzt verfolgt), fuehlten wir uns beide dort irgendwie fehl am Platz und konnten uns nicht so recht eingewoehnen. Hinzu kam, dass die Stadt in der Semana Santa der Hotspot fuer alle Nicaneureiche ist und die Stadt voellig ueberfuellt ist. Das die Berge drum herum mit riesen Villen gespickt sind und vor der Bucht ein Luxuscruiser verankert ist half dem Bild nicht besonders. Zu meinem negativen Bild kam vielleicht auch, dass ich San Juan erst richtig krank wurde, so dass ich weder essen konnte (Helena machte sich dann erst richtig Sorgen, als ich sagte “Ich habe keinen Hunger”…) noch schlafen. Wir verliessen den Ort, zahlten Unmengen um mit dem Taxi nach Rivas zu entkommen und trafen dort auf einen anderen Deutschen, der uns fuer die Nacht unterbrachte. Am naechsten Morgen ging es mit dem Taxi zur Strandstadt San Jorge und von dort mit der Ferry zur Insel Ometepe. Zum ersten Mal auf unserer Reise war es ein wenig bedeckt, aber ich wollte mich nicht beschweren, da die Ueberfahrt von 1 Stunde unter freiem Himmel bei starker Sonne meinem Sonnenbrand wohl nicht geholfen haette und ich mich ohnenhin noch ziemlich zerschlagen fuehlte. In Ometepe trafen wir auf die zwei Jungs aus Ocotal mit denen wir uns verabredet hatten und schliesslich auch mit Skinny, einem Emigranten aus Deutschland, der es sich auf der Insel bequem gemacht hatte und sowas wie ein Hotel aufbauen wollte. In einem der fertiggestellten Haeuser liessen wir uns nieder. Ein Freund von Skinny, der Bergfuehrer war, nahm uns am naechsten Tag mit auf den Vulkan Concepcion, dessen Aufstieg einer der schwersten ist und mich bis an die Grenzen meiner ohnenhin abgeschwaechten Kraefte trieb. Nur mit vielen Pausen und mentalen A….tritten schaffte ich (Helena tat sich Gottseidank genauso schwer, gemaess “geteiltes Leid ist halbes Leid”) es bis auf die 1000 Meter, wo dann zu allem Ueberfluss die Aussicht ziemlich vernebelt war. Aber immerhin. Nach einer relativen Verschnaufspause ging es hinunter, was sich als fast schlimmer als hoch herausstellte und mindestens doppelt so lang brauchte. Aber erst da fiel mir die schoene Umgebung auf, durch die ich mich schlaengelte. Sein es die Orchideen, Tequilapflanzen, Lianen und Kaffeebuesche oder die Affenfamilien, die ueber uns hangelten und uns drohten, mit Urin (aetzende (woertlich) Waffe) zu bekaempfen. Helena und ich bekamen regelmaessige Lachkraempfe, was wahrscheinlich auf unsere totale Erschoepfung zurueckzufuehren war, aber uns vor der totalen Verzweiflung rettete. Halbtot war der Abend bei Skinny dann sehr entspannend, wir grillten Haenchen, Kartoffeln und Gemuese auf einem minigrill und assen wie Schweine aus Alufolie. Herrlich.

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